CHF 6'000 müssten heute CHF 6'432 sein


Diese Woche im Fokus:

  • Hat dein Lohn mitgehalten? Was CHF 6'000 aus dem Jahr 2021 heute wert sein müssten.
  • Dividenden sind kein Gratisgeld: Der Denkfehler hinter der Ausschüttung.
  • Wie viele Jahre Freiheit hast du? Warum dein Vermögen eigentlich Zeit ist.

📈 Hat dein Lohn mitgehalten?

Wer im August 2021 CHF 6'000 im Monat verdiente, bräuchte heute CHF 6'432, nur um die Teuerung auszugleichen. Die Preise sind seit damals um 7,2% gestiegen. Auf dem Lohnausweis merkst du davon nichts: CHF 6'000 bleiben CHF 6'000. Du kaufst dir davon einfach weniger.

Wie es bei dir aussieht, zeigt der neue Inflationsrechner: Lohn und Jahr der letzten Erhöhung eingeben, fertig.

Über Lohn redet man in der Schweiz ungefähr so gern wie über das eigene Gewicht. Dabei brauchst du kein Pokerface. Gute Vorbereitung aufs Lohngespräch reicht, und drei Fragen helfen mehr als «alles ist teurer geworden»:

  • Deine Leistung: Was hast du verbessert, eingespart oder zusätzlich übernommen?
  • Dein Vergleich: Was wird für ähnliche Aufgaben in deiner Branche und Region bezahlt? Eine erste Orientierung gibt der Medianlohn-Rechner.
  • Deine Kaufkraft: Hat dein Lohn seit der letzten Anpassung mit der Teuerung Schritt gehalten?

Teuerung allein ist kein Anspruch auf mehr Lohn. Aber sie zeigt nüchtern, ob eine Erhöhung wirklich eine war. Und kommt mehr rein: Erhöh deinen Sparauftrag am gleichen Tag. Was nie auf dem Ausgabenkonto landet, vermisst du nicht.

So bereitest du das Gespräch vor:


💸 Dividenden sind kein Gratisgeld

Eine Dividende fühlt sich gut an. Du besitzt Aktien oder einen ETF, und plötzlich landen CHF 300 auf deinem Konto. Nur: Reicher bist du dadurch nicht.

Vereinfacht passiert Folgendes: Vor der Ausschüttung sind deine Aktien CHF 10'000 wert. Danach rund CHF 9'700, plus CHF 300 Cash. Zusammen weiterhin etwa CHF 10'000. Auf die Ausschüttung fallen in der Schweiz zusätzlich Einkommenssteuern an.

Eine Dividende ist Renditeverteilung, nicht zusätzliche Rendite.

Private Kursgewinne auf Wertschriften sind dagegen in der Regel steuerfrei. Die Ausschüttung kostet dich also oft Steuern, ohne dass dein Vermögen wächst. Bei thesaurierenden ETFs verschwindet diese Steuer übrigens nicht: Auch die wieder angelegten Erträge werden als Einkommen besteuert.

Dividendenaktien sind deswegen nicht schlecht. Aber eine hohe Ausschüttung ist für sich allein kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend ist die Gesamtrendite: Kursentwicklung plus Ausschüttungen. Keine Anlageempfehlung.

Wie ETFs in der Schweiz besteuert werden:


⏳ Wie viele Jahre Freiheit hast du?

Zwei Personen legen jeden Monat CHF 5'000 zur Seite. Die eine verdient CHF 20'000 und gibt CHF 15'000 aus, die andere verdient CHF 8'000 und kommt mit CHF 3'000 aus. Gleicher Sparbetrag, völlig andere Wirkung: Die erste kauft sich pro Monat rund 10 Tage Freiheit, die zweite über anderthalb Monate.

Dein Vermögen allein sagt also wenig darüber, wie frei du bist. Entscheidend ist auch, was dein Leben kostet. Die spannendere Frage lautet deshalb: Wie lange könntest du von deinem frei verfügbaren Vermögen leben, wenn morgen kein Lohn mehr kommt?

Die Rechnung ist simpel: frei verfügbares Vermögen geteilt durch Jahresausgaben. Bei CHF 50'000 Ausgaben im Jahr sind

  • CHF 200'000 = 4 Jahre
  • CHF 500'000 = 10 Jahre
  • CHF 1 Mio. = 20 Jahre

Und hier wird es spannend: Weniger Ausgaben wirken langfristig doppelt. Du kannst mehr zurücklegen und brauchst gleichzeitig weniger Vermögen, um deine Ausgaben zu decken. Wer mit CHF 40'000 statt CHF 50'000 im Jahr auskommt, kommt mit CHF 500'000 rechnerisch nicht 10, sondern 12,5 Jahre weit.

Die Rechnung ist bewusst vereinfacht: Rendite, Teuerung, Steuern, AHV und Pensionskasse fehlen. Aber sie macht aus Vermögen etwas Greifbares: Zeit.

Wie viele Jahre hättest du geschätzt, bevor du gerechnet hast? In der Community tauschen wir uns genau darüber aus.

Wie weit du von finanzieller Freiheit entfernt bist, rechnest du hier aus:

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Bis nächste Woche!

​Dein Eric​

Zertifizierter Vermögensberater (IAF). Dieser Newsletter stellt keine individuelle Anlageberatung dar.

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