CHF 1'000, nur um deinen Broker zu verlassen


Diese Woche im Fokus:

  • Depotwechsel: CHF 1'000, nur um zu gehen – Was Schweizer Banken beim Übertrag verlangen, und der Hebel, der es gratis macht.
  • Warum du die Depotleiche behältst – Der Grund ist selten fachlich. Und eine Frage, die ihn auflöst.
  • Steuern früher zahlen, mehr Zins holen – Beim Bund ist der Bonus weg. In einzelnen Kantonen gibt es mehr als auf jedem Sparkonto.

🚪 CHF 1'000, nur um zu gehen

Du willst den Broker wechseln, weil ein anderer günstiger ist. Klingt nach einer einfachen Rechnung. Ist es aber nicht immer.

Denn beim Gehen zahlst du zuerst. Der Preisüberwacher hat dafür im April 2026 die Gebühren von 31 Schweizer Banken untersucht. Das Resultat: Die Übertragung eines Titels kostet CHF 60 bis 120 pro Position. Zwei Drittel der Banken verlangen exakt CHF 100. Bei zehn Positionen sind das rund CHF 1'000.

Aber es gibt einen Hebel, der die ganze Rechnung aushebelt. Einzelne Anbieter übernehmen deine Transfergebühren, wenn du zu ihnen wechselst. Der Preisüberwacher nannte im Bericht vom 28. April 2026 Swissquote, PostFinance und Cornèrtrader als Beispiele. Verlass dich nicht darauf: Solche Aktionen sind befristet, gedeckelt und an Bedingungen geknüpft.

Die meisten rechnen zuerst aus, ob sich der Wechsel lohnt. Die bessere Reihenfolge ist umgekehrt. Stell dem neuen Broker zuerst eine einzige Frage: «Übernehmt ihr meine Transfergebühren, und bis zu welchem Betrag?» Erst wenn die Antwort nein lautet, lohnt sich deine eigene Rechnung.

Übrigens: Hast du noch ein Depot in Deutschland? Dann gilt für dich das Gegenteil. Deutsche Banken dürfen für den Übertrag selbst keine Gebühren verlangen. Wie mein eigener Übertrag nach neun Tagen ablief und welchen Fehler ich dabei gemacht habe, liest du hier: Depot von Deutschland in die Schweiz übertragen.

Zuerst fragen, dann rechnen. Wer was kostet, siehst du hier:


🧹 Warum du die Depotleiche behältst

In fast jedem Depot liegt eine Depotleiche. Die Position aus der Anfängerzeit, tief im Minus, die du nicht nachkaufst, nicht verkaufst und beim Öffnen einfach überscrollst.

Das hat einen Grund, und er ist selten fachlich. Die Verhaltensforschung nennt es Verlustaversion: Ein Verlust schmerzt nachweislich rund doppelt so stark, wie ein gleich grosser Gewinn Freude macht. Solange du nicht verkaufst, steht er nur auf dem Papier und fühlt sich vorläufig an. Das ist kein Vorwurf, sondern menschlich.

Zwei Argumente halten dich zusätzlich fest. Das erste: «Ich warte, bis sie wieder bei null ist.» Wer 50% verloren hat, braucht +100%, nur um genau dorthin zurückzukommen. Das zweite ist ein weitverbreiteter Irrtum: «Beim Verkauf zahle ich Steuern.» Kapitalgewinne auf Privatvermögen sind in der Schweiz grundsätzlich steuerfrei.

Bleibt eine einzige Frage: Würdest du diese Position heute mit frischem Geld kaufen? Lautet die Antwort nein, hältst du sie nur noch, um recht zu behalten. Der Markt kennt deinen Kaufkurs ohnehin nicht.

Den Überblick über alle Positionen holst du dir am beispielsweise mit Portfolio Performance. Und was stattdessen den Kern bilden kann:


🧾 Steuern früher zahlen, mehr Zins holen

Die Steuererklärung liegt noch auf dem Pult? Dann liegt vermutlich auch die provisorische Steuerrechnung irgendwo herum. Genau die kann dir Zins bringen, wenn du sie jetzt bezahlst statt erst bei Frist.

Beim Bund kannst du das allerdings vergessen. Seit dem 1. Januar 2026 gibt es auf freiwillige Vorauszahlungen der direkten Bundessteuer 0.0% Vergütungszins. Vorher waren es 0.75%.

Bei den Kantonen liegt der interessante Teil. Der Kanton Zürich vergütet 0.75%, Zug bis zu 2%, Genf noch 0.10%. Wer in einem grosszügigen Kanton wohnt, holt sich mit einer Überweisung auf die provisorische Rechnung mehr Zins als auf vielen Sparkonten. Was deine Bank derzeit zahlt, siehst du im Zinsvergleich.

Massgebend ist der Vergütungszins deines Kantons, nicht der des Bundes. Mehr Ansatzpunkte fürs Steuerjahr:

📅 Vormerken:

Mittwoch, 2. September, 19:00. Kostenfreies Webinar mit mir. Wenn du deine Finanzen strukturieren willst, sichere dir den Termin.

💵Deal der Woche: Bei Yuh zahlst du keine Depotgebühren und startest ETF-Sparpläne ab CHF 10. Mit dem Code YUHFRANKE bekommst du CHF 50 Trading-Credits, ab CHF 500 Einzahlung zusätzlich 250 Swissqoins.

Vorschau: Warum Menschen lieber recht haben als reich werden. Ein Denkfehler, der weit über das Depot hinausgeht.Bis nächste Woche!

​Dein Eric​

Zertifizierter Vermögensberater (IAF). Dieser Newsletter stellt keine individuelle Anlageberatung dar.

Hi! Ich bin Eric von Schwiizerfranke.

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