6 Franchisen, 2 Gewinner


Diese Woche im Fokus:

  • Krankenkasse: Dein Fenster bis 30.11.: Sechs Franchisen, zwei Gewinner, und drei Hebel für deine Prämie.
  • Die Sparplan-Gebühr, die keiner sieht: Warum gratis nicht immer gratis ist.
  • Die wichtigste Anlagefrage zuerst: Sie kommt noch vor jeder Risikoeinschätzung.

🏥 Krankenkasse: Dein Fenster bis 30.11.

Jedes Jahr dasselbe Spiel: Die neue Krankenkassenprämie kommt, man ärgert sich kurz und lässt trotzdem alles, wie es ist.

Dabei lohnt sich gerade jetzt ein genauer Blick. Für 2027 wurden 3,5 bis 5% höhere Prämien prognostiziert. Deine neue Prämie muss dir bis 31. Oktober mitgeteilt werden, ab dann läuft die Uhr. Was der Schweizer Durchschnitt macht, ist für deine Rechnung aber zweitrangig. Entscheidend sind drei Hebel, die du selbst in der Hand hast:

  • Franchise: Ich habe für 2026 alle 122 Grundversicherungstarife für Erwachsene ohne Unfall in der Stadt Zürich durchgerechnet. Überraschend: Günstiger war immer CHF 300 oder CHF 2'500, nie eine der vier mittleren Franchisen. Der Kipppunkt lag je nach Tarif zwischen rund CHF 1'200 und CHF 2'000 Gesundheitskosten im Jahr. Darunter gewann die hohe Franchise, darüber die tiefe. Für andere Regionen, Altersgruppen und die neuen Prämien 2027 kann das Ergebnis abweichen.
  • Modell: Hausarzt- oder Telmed-Modelle sind oft deutlich günstiger als die freie Arztwahl.
  • Kasse: Die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen der Grundversicherung sind bei allen Kassen gleich. Die Prämien nicht.

Wichtig: Die Kündigung muss bis 30. November bei der Kasse eingetroffen sein. Der Poststempel reicht nicht. Am sichersten schickst du sie bis Mitte November eingeschrieben oder per A-Post Plus.

Sobald die Prämien 2027 online sind, vergleichst du alle Kassen neutral beim Bund:


🔁 Die Sparplan-Gebühr, die keiner sieht

Ein breiter ETF kostet oft nur 0,1 bis 0,2% im Jahr. Die Gebühr pro Sparplan-Kauf kann ein Vielfaches davon sein.

Rechenbeispiel: Bei CHF 200 Sparrate kosten CHF 3 pro Kauf 1,5% deiner Einzahlung. Zwölf Käufe kosten CHF 36 auf CHF 2'400 investiertes Geld. Bei manchen Anbietern ist es 1% der Sparrate, bei anderen gibt es inzwischen gar keine Kaufgebühr. Im ETF-Sparplan-Vergleich siehst du die Unterschiede.

Aber: Gratis heisst nicht immer gratis. Kaufst du mit Franken einen ETF in US-Dollar, kann zusätzlich ein Währungswechsel anfallen, je nach Anbieter bis über 1%. Ein ETF, der an der Börse in Franken gehandelt wird, spart dir diese Umrechnung beim Kauf. Das ändert aber nichts am Währungsrisiko der enthaltenen Anlagen. Welche ETFs sich für den Einstieg eignen, zeigt der ETF-Ratgeber.

Welcher Sparplan unter dem Strich wirklich günstig ist:


⏳ Die wichtigste Anlagefrage zuerst

«Wie viel Risiko hältst du aus?» Die Frage kennst du vom Bankformular. Noch davor gehört eine andere: Wann brauchst du dieses Geld?

Aktien schwanken. 2008 verlor der SMI rund 35%, 2022 der breite Schweizer Markt rund 16%. Wer das Geld ein Jahr später braucht, verkauft womöglich im Tief. Wer 15 Jahre Zeit hat, kann solche Jahre aussitzen, sofern er dabei nicht die Nerven verliert.

Deshalb lohnt es sich, Geld nach Zeitpunkt zu sortieren, nicht nach Gefühl:

  • Unter 3 Jahren: Geld, das du zu einem festen Zeitpunkt brauchst, hängt besser nicht an Aktienkursen. Notgroschen, Auto oder Eigenheim gehören eher aufs Konto. Wo es aktuell Zins gibt, zeigt der Sparkonto-Vergleich.
  • 3 bis 10 Jahre: Hier kommt es auf Ziel und Flexibilität an. Je weniger du einen Börsenrückgang aussitzen kannst, desto weniger Aktienrisiko passt.
  • Über 10 Jahre: Ein langer Horizont gibt Aktien deutlich mehr Zeit, schlechte Börsenphasen aufzuholen.

Der Anlagehorizont verhindert keine schlechten Börsenjahre. Aber er entscheidet mit, ob du sie aussitzen kannst. Keine Anlageempfehlung.

Wie gross dein Rücklagen-Topf sein sollte:

💵Deal der Woche: Bei Saxo zahlst du für Käufe über AutoInvest bei über 100 ETFs keine Kaufgebühr. Depotgebühren gibt es ebenfalls keine. Falls eine Währungsumrechnung nötig ist, kostet sie 0,25%. Über unseren Link erhältst du CHF 200 Handelsgebühren geschenkt.

Vorschau: Deine Bank verdient an deinem Sparkonto mehr als du. Nächste Woche: warum, und was du dagegen tun kannst.

Bis nächste Woche!

​Dein Eric​

P.S. Vielleicht weisst du es schon: Vor nicht allzu langer Zeit bin ich Vater geworden. Seither suchen wir ein Eigenheim mit Garten. Die finanzielle Seite lässt sich sauber rechnen, der Markt ist weniger berechenbar: wenig Angebot, und gute Objekte sind schnell weg. Deshalb plane ich gerade den bestmöglichen Eigenheim-Beitrag für unsere Community. Welche Tools, Alerts oder Kniffe haben dir geholfen, von der Suche über die Besichtigung bis zum Kauf? Antworte einfach auf diese Mail, ich sammle alle Antworten.

Zertifizierter Vermögensberater (IAF). Dieser Newsletter stellt keine individuelle Anlageberatung dar.

Hi! Ich bin Eric von Schwiizerfranke.

Schwiizerfranke ist mit mehr als 30'000 Lesern pro Monat einer der grössten Finanzblogs der Schweiz. Im kostenfreien Wealth-Letter bekommst du wöchentlich meine besten Tipps für dein Geld!

Read more from Hi! Ich bin Eric von Schwiizerfranke.

Ausgabe #234 Drei Dinge über Geld in drei Minuten. Diese Woche im Fokus: Guter Einkauf, falscher Zeitpunkt: warum Steuern sparen nicht reicht Die Frist nach dem Einkauf: drei Jahre ohne Kapitalbezug Nachgerechnet: PK-Einkauf mit 40 oder 58: gleicher Betrag, anderes Ergebnis 🐢 Guter Einkauf, falscher Zeitpunkt Letzte Woche habe ich dir das Thema Einkauf in die Pensionskasse versprochen. Dieser gilt oft als bester Steuertrick der Schweiz. Du zahlst CHF 20'000 ein und sparst bei 30 %...

Ausgabe #233 Drei Dinge über Geld in drei Minuten. Diese Woche im Fokus: Januar oder Dezember: Gleiche 3a, rund CHF 16'500 Unterschied. Vorsorgezahlen 2027: Neuer 3a-Betrag, neuer Dauerauftrag. Nachgerechnet: 3a-Lücke 2025: Was eine Nachzahlung steuerlich bringt. 📅 Januar oder Dezember Zwei Personen zahlen jedes Jahr CHF 7'373 in dieselbe 3a-Wertschriftenlösung ein. Ja, die Zahl ist neu. Unten mehr dazu. Gleiche Gebühren, gleiche Rendite. Nach 30 Jahren hat eine von beiden rund CHF 16'500...

Diese Woche im Fokus: 0,1% bekommen, 2% bezahlen: Was wirklich hinter der Zinsspanne steckt. Der grössere Hebel: Warum deine Geldaufteilung wichtiger ist als der letzte Zehntelprozentpunkt. Dasselbe Problem in der 3a: Wann Cash langfristig richtig teuer wird. 🏦 0,1% bekommen, 2% bezahlen Weisst du eigentlich, wie deine Bank an dir verdient? Ein grosser Teil läuft so: Du legst Geld aufs Sparkonto und bekommst dafür einen kleinen Zins. Gleichzeitig vergibt die Bank Kredite und Hypotheken und...