«Möchten Sie in CHF bezahlen?» – sag immer Nein


Diese Woche im Fokus:

  • CHF 7'000 brutto – wie du daraus ein Vermögen machst: Die einfache Aufteilung, die über 20 Jahre rund CHF 700'000 ergibt.
  • Die 3 stillen Vermögens-Killer: Was den meisten Schweizer Sparern unbemerkt das Vermögen kostet.
  • «Möchten Sie in CHF bezahlen?» – die Ferien-Falle: Wo dir im Sommer hunderte Franken durch die Finger rutschen.

💰 Wie aus CHF 7'000 brutto ein Vermögen wird

Der Schweizer Medianlohn liegt bei rund CHF 7'000 brutto. Nach Abzügen bleiben etwa 5'900 bis 6'300 netto, je nach Alter und Pensionskasse.

Reicht das für Vermögensaufbau? Ja – aber nur mit klarer Aufteilung. Eine Formel, die funktioniert:

  • 55% Lebenshaltung (Miete, Versicherungen, Essen): ~CHF 3'250
  • 15% Investieren (ETF-Sparplan): ~CHF 885
  • 10% Säule 3a: ~CHF 590 (jährlich ~CHF 7'258)
  • 10% Freizeit: ~CHF 590
  • 10% Notgroschen und Rücklagen: ~CHF 590

Konsequent durchgezogen wird daraus ein klares Bild. CHF 885 monatlich in einen Welt-ETF bei 6% Rendite über 20 Jahre = rund CHF 408'000. Plus die 3a-Säule mit voller Wertschriftenlösung: noch einmal rund CHF 220'000 bis 280'000.

Macht insgesamt ein Vermögen von rund CHF 620'000 bis 700'000 – je nach Marktverlauf.

Wer am Monatsende leer ausgeht, hat selten ein Einkommens-Problem. Meistens fehlt einfach die Aufteilung.


⚠️ Die 3 stillen Vermögens-Killer

Drei Fehler, die ich wirklich oft sehe und die richtig Geld kosten:

  1. Zu viel Cash, zu lange. CHF 50'000 dauerhaft auf dem Sparkonto bei 0.5% Zinsen verlieren bei 2% Inflation jährlich CHF 750 reale Kaufkraft. Über 20 Jahre: CHF 15'000 Verlust.
  2. Lifestyle-Inflation. Mit jeder Lohnerhöhung wächst der Lebensstandard mit – die Sparquote bleibt gleich. Wer stattdessen CHF 300 mehr pro Monat in einen ETF-Sparplan investiert, baut über 25 Jahre bei 6% Rendite zusätzlich rund CHF 208'000 auf.
  3. Säule 3a im Konto statt in Wertschriften. Anbieter wie frankly, True Wealth und finpension bieten Aktien-3a mit bis zu 100% Aktienanteil. Während ein Konto aktuell vielleicht ~0.5% Zinsen bringt, schafften Aktien historisch 5–7% pro Jahr. Über 30 Jahre macht das aus CHF 7'258 jährlicher Einzahlung rund CHF 235'000 versus CHF 500'000. Kurzfristig ruhiger, langfristig teuer.

🌍 «Möchten Sie in CHF bezahlen?» – die Ferien-Falle

Aktuell bin ich in Süd-Frankreich. Gestern auf dem Markt in Port Grimaud (kleines Venedig der Côte d'Azur - Empfehlung) wieder gesehen: Kontaktloses Zahlen wird überall einfacher – und damit blinkt auch immer öfter automatisch die teuerste Ferien-Frage auf dem Kartenterminal: «Möchten Sie in CHF bezahlen?»

Antworte immer: Nein. Das heisst Dynamic Currency Conversion (DCC) und kostet typischerweise 3–7% Aufschlag. Bei CHF 3'000 Ferien-Ausgaben: CHF 90 bis 210 verschenkt.

DCC ist nur das offensichtliche Loch. Daneben gibt es zwei weitere:

Karten-FX-Marge. Klassische Bank-Karten verlangen 1.5–2% bei Fremdwährungs-Zahlungen. Karten wie Neon, Alpian oder Wise rechnen Fremdwährungsgebühren fairer ab. Ersparnis bei CHF 3'000 Auslandseinkäufen: CHF 45–60 pro Reise.

Nicht nur in den Ferien: Broker-FX bei USD-ETFs. Wer monatlich CHF 500 in einen USD-ETF investiert, zahlt bei der Hausbank rund 1-2% Wechselkursaufschlag. Bei Online-Brokern ist es nur ein Bruchteil (etwa bei Saxo nur 0.25%). Über 20 Jahre Sparplan: bis zu CHF 5'000 Unterschied allein durch Broker-Wahl.

Wer Karten und Broker optimiert, spart über 20 Jahre schnell CHF 8'000 bis 12'000 – Geld, das im ETF arbeitet statt in Bankgebühren verschwindet.

💵Deal der Woche: Bei Saxo kannst du dein Vermögen ohne Depotgebühren aufbauen, gratis ETFs kaufen und erhältst CHF 200 Trading-Credits geschenkt. Plus: einer der günstigsten FX-Sätze unter den Schweizer Brokern – passend zum heutigen Thema.

Vorschau: Märkte auf Allzeithoch, KI-Bewertungen wie 1999. Drei Checks, ob du wirklich vorbereitet bist.

Bis nächste Woche!

Dein Eric

Zertifizierter Vermögensberater (IAF). Dieser Newsletter stellt keine individuelle Anlageberatung dar.

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