Diese Woche im Fokus:
🏦 Wie deine PK wirklich anlegtSchweizer Pensionskassen halten im Schnitt 33.9% Aktien – Rekordhoch laut der aktuellen Studie. Klingt viel? Norwegens Staatsfonds: rund 70% Aktien. Vergleichbarer Anlagehorizont, langfristig rund 6% Rendite pro Jahr. Eine PK muss konservativer anlegen – sie hat Rentner, Auszahlungspflichten, regulatorische Schranken. Selbst im Überobligatorium bleiben viele Lösungen deutlich defensiver als ein langfristiges ETF-Portfolio. Bei 30+ Jahren Anlagehorizont ist das nicht ideal. Genau deshalb ist deine Pensionskasse nicht der Ort für Vermögensaufbau. Volle Aktienquote, eigene Strategie, kostengünstige ETFs – das geht nur im freien Vermögen. PK-Einkäufe sind kein Renditemotor, sondern ein Werkzeug zur Altersvorsorge mit Steuerhebel. Und das wirkt oft am stärksten in den letzten Jahren vor der Pension, wenn dein Steuersatz hoch ist und das Geld nicht lange gebunden bleibt. Mitte 30 oder 40 sollte dich niemand zu einem PK-Einkauf drängen – ausser du hast eine klare, sehr durchdachte Strategie. Wenn du deine PK wirklich verstehen und deinen Vermögensaufbau strategisch angehen willst, ist der FinanzFahrplan wie für dich gemacht.
🔐 Dein altes 3a-Konto frisst RenditeViele Wealth-Letter-Leser sind weiter als der Durchschnitt: Modernes 3a-Depot bei Finpension, VIAC, Frankly oder Truewealth läuft. Glückwunsch – das ist die halbe Miete. Die andere Hälfte liegt aber oft noch beim alten Anbieter: Raiffeisen, Postfinance, Kantonalbank. Meist als reine Kontolösung. Manchmal sind es CHF 20'000, manchmal CHF 60'000. Oft aufgebaut über Jahre - noch lange, bevor es 3a-Depots mit 100% Aktien überhaupt gab. Aber jetzt ist es Zeit, diese anzusehen. Denn das Geld arbeitet dort nicht effizient. Du hast noch mehr als 10 Jahre bis zum Bezug? Dann gehört der Grossteil eher in Aktien, als in eine Zins-Lösung (keine Anlageberatung). Wichtig: Du musst nicht neu anfangen. Bestehendes 3a-Guthaben kann transferiert werden – der Antrag ist in 30 Minuten gestellt, der Transfer selbst dauert je nach Anbieter ein paar Tage. Und die Anbieter helfen dir dabei:
⏰ Der teuerste Satz an der Börse«Ich bin bereit, zu investieren. Aber die Kurse sind so hoch.» Ein Leser hat mir das kürzlich geschrieben. Klassisch. Für ihn (und dich) habe ich daher über 170 rollierende Dreimonats-Perioden im MSCI All World (in CHF, letzte 15 Jahre) ausgewertet. Ergebnis: Wer drei Monate wartet, verliert im Schnitt 2.7% an Rendite. Der Leser hatte CHF 80'000 angespart, da sind das CHF 2'160 pro Quartal. Hier die visuelle Auswertung. Das Problem ist nicht die Höhe der Kurse. Es ist die Psychologie:
Es gibt immer einen Grund zu warten. Und genau das kostet. Meine Haltung: Nicht alles auf einmal. Aber anfangen. Grosse Beträge lassen sich über mehrere Tranchen verteilen. So wird das Timing-Risiko reduziert, ohne ewig zu warten. Welcher Broker zu dir passt, hängt von deiner Anlagehöhe ab.
Vorschau: Heiratsstrafe abgeschafft, alles gut? Nicht ganz. Was als Ehepaar wirklich automatisch geschützt ist – und wo die meisten Lücken klaffen. Bis nächste Woche! Zertifizierter Vermögensberater (IAF). Dieser Newsletter stellt keine individuelle Anlageberatung dar. |
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