CHF 500'000 für CHF 22'000 – fairer Deal?


Diese Woche im Fokus:

  • Der Finanz-Irrtum vieler Ehepaare: Was als Ehepaar wirklich automatisch geschützt ist – und wo die meisten Lücken klaffen.
  • Was passiert, wenn du gehst? Wir haben 16 Anbieter angefragt. 8 verlangen die Kontoschliessung, sobald du die Schweiz verlässt.
  • Leibrente: Klingt sicher. Ist es selten. Was das Versprechen «lebenslange Rente» wirklich kostet – und warum die PK-Rente fast immer schlägt.

💍 Der Finanz-Irrtum vieler Ehepaare

Ja, die Heiratsstrafe ist weg. Aber das Gesetz tritt erst in einigen Jahren in Kraft. Bis dahin ändert sich für dich erst mal nichts. Die wichtigeren Finanzfragen in einer Ehe beginnen sowieso viel früher – und werden oft verdrängt.

Gerade bei jungen Familien sehe ich oft das Gleiche: Die gemeinsame Verantwortung wächst schneller als die Finanzstruktur. Das Konto läuft nur auf einen Namen. Niemand hat eine Übersicht über Konten, Depots und Versicherungen. Die Begünstigung in der Säule 3a wurde seit Abschluss nie überprüft.

Im Alltag fällt das kaum auf. Im Ernstfall plötzlich schon.

Verheiratet heisst nicht automatisch finanziell organisiert.

Drei Dinge, die jedes Paar prüfen sollte:

  • Gemeinsame und bewusst getrennte Konten führen
  • Übersicht über Konten, Depots und Vorsorge schaffen
  • Begünstigungen bei 3a, PK und Versicherungen prüfen

Der einfachste erste Schritt ist ein gemeinsames Konto.


✈️ Was passiert, wenn du gehst?

Sabbatical. Auslandsjahr. Oder die Schweiz dauerhaft hinter sich lassen. Wenn das konkret wird, kommen zuerst Visa, Wohnung, Pass. An das Konto, Depot und die Säule 3a denken die wenigsten zuerst.

Bis du dich drei Wochen später einloggen willst. Der SMS-Code geht an eine gekündigte Schweizer Nummer. Konto gesperrt.

Ich kenne das selbst: 2018 war ich 11 Monate auf Weltreise. Heute kommt diese Frage regelmässig in unserer Community. Darum habe ich 16 Anbieter direkt angefragt – mit Szenarien für EU, stabile Nicht-EU und exotische Länder.

Das Ergebnis: 8 von 16 verlangen die Kontoschliessung, sobald du die Schweiz verlässt. Swissquote und Interactive Brokers bleiben dagegen in den meisten Ländern offen.

Drei Dinge vor dem Wegzug klären:

  • Welche Konten und Depots laufen im Ausland weiter?
  • Was passiert mit Säule 3a und Pensionskasse?
  • Wie löst du 2FA ohne Schweizer Nummer?

🏦 Leibrente: Klingt sicher. Ist es selten.

Kurz vor der Pension bekommen viele denselben Vorschlag: «Warum nicht eine Leibrente? Garantiert lebenslang Einkommen.» Klingt beruhigend.

Der Haken: Du gibst dafür viel Flexibilität und Rendite ab.

Beispiel: Du zahlst einmalig CHF 500'000 ein und erhältst CHF 22'000 pro Jahr. Rein rechnerisch dauert es knapp 23 Jahre, bis du dein eigenes Kapital zurück hast. Erst ab 88 wird's für dich rechnerisch interessant. Die Lebenserwartung eines 65-jährigen Mannes liegt aber bei 85.5 Jahren. Bei den Frauen rund 88 Jahre – das ist kein Zufall. Die Versicherung kennt die Daten auswendig.

Die implizite Rendite liegt oft bei 0 bis 2 Prozent pro Jahr.
Fazit: Die PK-Rente schlägt die private Leibrente fast immer.

Meine Einschätzung: Wer Kapital aus der PK bezieht, fährt meist besser mit einer Mischstrategie. PK-Rente für die Basis. Den Rest ggfs. selbst investieren und über einen Entnahmeplan beziehen. Mehr Hintergrund im ausführlichen Leibrente-Ratgeber.

Wer freies Vermögen aufbauen will, startet hier:

💵Deal der Woche: Swissquote

Wer freies Vermögen aufbauen oder international flexibel bleiben will, kommt um Swissquote kaum herum. CHF 100 Trading-Credits gibt's mit dem Code SCHWIIZFRANKE – egal ob du ETFs, Aktien, Krypto oder Obligationen handelst.

Vorschau: Ob du auf die KI-IPO-Welle aufspringen sollst? Die ehrliche Antwort – und was wirklich passiert, wenn OpenAI, SpaceX und Co. in deinen Welt-ETF rutschen.

Bis nächste Woche!

Dein Eric

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